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Die Philosophen kommen - Buchreihe von Marion Fuglewicz-Bren

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19. Mai 2026
19 Mai 2026

KI und Ich. Mein Interview vor 35 Jahren: „Technologie ist nie gefährlich. Die Gesellschaft ist es.“ (Joseph Weizenbaum)

Als das neue Philosophie Magazin in meinem Postfach liegt – Thema „KI und ich“ – sehr empfehlenswert übrigens! – mit einem Immanuel Kant-Bot zum Experimentieren und vielen spannenden Geschichten – fällt mir eines der vielen Interviews ein, die ich geführt habe – mit dem großen amerikanischen Informatiker, MIT-Professor und KI-Experten Joseph Weizenbaum. Das war 1991, also vor 35 Jahren. Ich gebe meinen und Weizenbaums Namen ins Web ein und lese:

Übersicht mit KI:

Das vielbeachtete Interview zwischen der österreichischen Journalistin und Publizistin Marion Fugléwicz-Bren und dem KI-Pionier sowie Computerkritiker Joseph Weizenbaum fand im Jahr 1991 statt. Es erschien ursprünglich in Publikationen wie Der Standard und der Computerwelt und wurde später in das Buch Zurück in die Zukunft: Interviews, Essays, Kolumnen aufgenommen. [1]

Kernaussagen des Interviews

  • Kritik an der KI: Weizenbaum, der 1966 den wegweisenden Chatbot ELIZA entwickelte, reflektiert in dem Gespräch über seine Wandlung zu einem der schärfsten Kritiker der Künstlichen Intelligenz. [1, 2]
  • Menschliche Vernunft: Er bezog sich dabei stark auf seine Thesen aus dem bahnbrechenden Buch Die Macht des Computers und die Ohnmacht der Vernunft und warnte davor, menschliches Urteilsvermögen und Verantwortung durch Maschinen ersetzen zu wollen. [1, 2, 4]
  • Wahrheitsanspruch: Weizenbaum betonte oft, dass die Gesellschaft dazu neigt, Computeraussagen unreflektiert zu glauben, was er im Kern auf die Frage reduzierte: “Mein Vater sagte früher, es steht in den heiligen Büchern. Heute sagt man, der Computer hat gesagt.” [1]

Und hier geht´s zum Interview. Erstaunlich, wie viel Gültigkeit die Aussagen dieses Textes in der nächsten Generation noch haben…

„Amerika ist bald kaputt…” und … “Technologie ist nie gefährlich. Die Gesellschaft ist es.”

Mit dem Computerwissenschafter und -kritiker Joseph Weizenbaum sprach Marion Fugléwicz im Rahmen des Europäischen Technologieforums in Klagenfurt.

Was heute für die großen Forschungslabors bereits Gedankengut von gestern ist, davon hat der Endverbraucher zum Großteil noch nicht einmal gehört. Beim Europäischen Technologieforum in Klagenfurt sprachen Forschungschefs großer Konzerne und anerkannte Wissenschafter über technologische Entwicklungen.

Sie haben im Laufe Ihrer kritischen Auseinandersetzung mit den Naturwissenschaften – also zum Beispiel 1976 in ihrem Buch “Die Macht des Computers und die Ohnmacht der Vernunft” einige Prognosen gemacht, die bislang nicht verwirklicht wurden. Welche davon würden Sie heute revidieren, was hat sich seit damals verändert und wie geht es weiter?

Also, wenn Sie mich fragen, mit welcher Sicherheit wir überhaupt irgendetwas prognostizieren können, so sage ich Ihnen – mit gar keiner. Mir fällt da vor allem eine Stelle ein, an der ich von sprachverstehenden Computersystemen gesprochen habe. Damals sagte ich, daß solche Computer in Zukunft nur von Regierungen und Großkonzernen eingesetzt werden würden. Erstens würde sich niemand sonst diese Systeme leisten können, zweitens würden diese Computer eine große Gefahr für die Menschheit darstellen. Heute muß ich zugeben, daß ich mich diesbezüglich geirrt habe.

Heute sehe ich ein, daß auch kleinere Computer – bis zu einem gewissen Grad – Sprache verstehen können. Bald werden wir Computer haben, mit denen wir so sprechen können, daß sie uns verstehen, ja, uns vielleicht sogar politisch korrigieren können. Das bringt die Frage nahe, was es überhaupt bedeutet, Sprache zu verstehen. Diesbezüglich habe ich den Fortschritt nicht richtig vorausgesehen.

Welche Anliegen würden Sie in diesem Zusammenhang als besonders dringlich bezeichnen und welche Ratschläge können Sie jedem einzelnen geben?

Es ist zum Beispiel dringend notwendig, sich kritischer mit dem Computer im Zusammenhang mit Kindern auseinanderzusetzen – ob nun in der Schule oder zu Hause. Da spielt dann auch der Faktor Gewalt mit hinein. Mit dem Begriff Gewalt kommt zwangsläufig das Militär in die Diskussion. Man kann gar nicht oft genug darauf hinweisen. Ich habe es – etwa in dem von Ihnen erwähnten Buch – zu wenig getan, bin aber heute dabei, es nachzuholen.

Eine sehr zentrale Frage, die sich zum Beispiel im Zusammenhang mit der Einführung des Computers in den Unterricht stellt, hängt mit unserer Gesellschaft zusammen…

Richtig. In der Zeit, die unsere Kinder mit dem Computer verbringen, können sie andere Dinge nicht tun oder lernen, die vielleicht genauso wichtig – oder wichtiger wären.

(Nach amerikanischem Schulsystem kann etwa irgendein Lehrfach wie Geschichte oder Englisch durch das Fach EDV ersetzt werden, Anm. d. Red.)

Was verstehen Sie unter der Kultivierung der Bedürfnisse?

Nehmen Sie als Beispiel das hochauflösende Fernsehen (HDTV). Kein Mensch braucht es. Und doch werden wir es in zehn Jahren alle haben. Es ist einfach eine Frage des Bewußtseins. Sie müssen wissen, daß ein Drittel unserer Jugend in den Vereinigten Staaten Analphabeten sind. Dort müssen wir ansetzen, beim sozialen Bewußtsein anstatt beim weiteren Technologiewachstum. Denn wenn wir es nicht tun, ist die USA bald kaputt. Sehen Sie einmal nach Japan, oder auch nach Europa. Nicht, daß wir in Amerika keine wirtschaftlichen Fortschritte machten – gerade am Elektronikmarkt – aber die Weltkonkurrenz kann ohne uns rechnen. (Fortschritt und Fortschritt ist zweierlei, Anm. d. Red.) Auf der anderen Seite explodiert der Hardwarefortschritt, in zehn Jahren werden PCs dieselbe Rechenarbeit leisten, zu denen heute riesige Großrechner notwendig sind. Diese Entwicklung läuft – in Relation – zu schnell. Wir sollten uns mit mehr Bedacht fortbewegen.

Liegt also im technologischen Fortschritt eine Gefahr für den Menschen?

Technologie ist nie gefährlich. Gefährlich ist die Gesellschaft. Man muß auch den Computer in einem sozialen Kontext sehen. Denken Sie nur an die zahllosen Computerspiele für Kinder. Es gibt auch Messer und anderes Kriegsspielzeug. Wenn etwas daran gefährlich ist, dann sind es nicht die Messer und die Computer, sondern die Eltern, die ihren Kindern alle diese Dinge in die Hand geben.

Sie haben einen sehr kritischen Ansatz zum Thema “Künstliche Intelligenz”: Einmal haben Sie das Bestreben, einen künstlichen Menschen herzustellen, als eine Art Gebärmutterneid der Männer bezeichnet, die sich damit beschäftigen.

Also das ist ein sehr vielschichtiger Fragenkomplex – den kann man nicht so schnell beantworten. Das Problem ist, daß jeder etwas anderes unter “künstlicher Intelligenz” versteht – es ist tatsächlich in erster Linie eine Frage der Definition, wo man den Beginn der künstlichen Intelligenz ansetzt. Einer ihrer Väter – er ist übrigens auch derjenige, der ihr den (problematischen, erg. Red.) Namen gegeben hat – John Mc Carthy, behauptet, daß auch schon ein Thermostat, der die Raumtemperatur reguliert, eine “künstliche Intelligenz” darstellt. Andere wieder glauben, daß sie dort beginnt, wo wir uns in unserer Sprache mit dem Computer unterhalten können (was heute bereits bedingt möglich ist, Anm. d. Red.)

Eines ist jedenfalls klar: Wir werden einen Computer niemals so programmieren können, daß er wie ein Mensch denkt, weil er von seiner Struktur her komplett anders ist, als wir.

Welcher wissenschaftlichen Fakultät, politischen Gruppierung oder sonstigen meinungsbildenden Zielgruppe obliegt es, letztlich die Verantwortung zu übernehmen, damit uns die Gefahren nicht über den Kopf wachsen?

Abgesehen vom Erziehungswesen und den gesamtgesellschaftlichen Strukturen – die sehr komplex sind – sind wir in gewisser Weise alle angesprochen. Jeder einzelne von uns kann und muß in seinem persönlichen und beruflichen Wirkungsbereich nach seiner Einsicht und nach seinen Möglichkeiten Zeichen setzen.

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29. April 2026
29 Apr. 2026

Wittgenstein, Sprache und (künstliche) Intelligenz

Vor 75 Jahren ist Ludwig Wittgenstein gestorben, heute ist der österreichische Philosoph vielleicht aktueller denn je. In Zeiten von Onlinedebatten und KI zeige er, dass „viele unserer gesellschaftlichen Konflikte nicht nur aus mangelndem Wissen entstehen, sondern einfach aus Missverständnissen darüber, wie unsere Sprache funktioniert“, so der Philosoph Volker sagt Volker Munz, Vorstand des Instituts für Philosophie der Universität Klagenfurt, im Gespräch mit ORF Wissen.

Nur vier Jahre nachdem Ludwig Wittgenstein am 29. April 1951 starb, wurde der Begriff „künstliche Intelligenz“ erstmals verwendet – und zwar vom US-amerikanischen Informatiker John McCarthy im Antrag für eine Konferenz, die im Sommer 1956 unter dem Namen „Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence“ stattfand“ schreibt Romana Beer auf science.orf.at. „Viele der Grundfragen, die uns heute beschäftigen, sind bei Wittgenstein bereits verankert“, so Volker Munz.

Wittgensteins Aussage, nach der die philosophischen Probleme entstehen, wenn die Sprache feiert, zielt vor allem auf die Metaphysik, so das Philosophie Magazin in einem spannenden Essay zum 75. Todestag. Gerade dort nämlich, meint Wittgenstein, „verlieren Ausdrücke wie „Sein“, „Gegenstand“ oder „Ich“ ihre uns vertraute Gebrauchsweise, ihre angestammte Heimat. Tatsächlich empfinden wir die Metaphysik, welche als philosophische Grundlagendisziplin das Seiende als solches zum Thema macht, allzu oft als nebulös und kaum verständlich.“

Was würde der Philosoph über unser heutiges digitales Zeitalter wohl sagen? Er würde wohl vor allem zum Thema „künstliche Intelligenz“ bestimmt nicht schweigen…

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30. Oktober 2024
30 Okt. 2024

Wie Gefühle die Politik bestimmen

Richard David Precht im hochinteressanten Gespräch mit der israelisch-französischen Soziologin Eva Illouz. Ein TV-Tipp für alle, die sich schon länger fragen, warum Politik scheinbar plötzlich dermaßen emotional aufgeladen ist.

In liberalen Gesellschaften vermehren sich nach und nach die Rechte und Freiheiten für die Menschen, so Precht. Damit steigen auch ihre Ansprüche an sich und die Institutionen. Werden diese nicht erfüllt, kommt es erst zur Enttäuschung, dann zu Neid, Zorn und Wut.

Noch nie habe der Mensch so hohe Erwartungen an sein Leben gestellt wie heute, sagt Eva Illouz, die sich in ihren Büchern immer wieder mit Gefühlen beschäftigt hat. Überall – in Filmen oder TV-Shows – werde suggeriert, dass wir im Leben alles erreichen können, wenn wir es nur entschieden genug wollen. Bleiben diese Ansprüche jedoch unerfüllt, halte man sich oft selbst für nicht gut genug und kämpfe mit der eigenen Scham. Eine explosive Stimmung, so Illouz. Die Wahrnehmung widersprüchlicher Kräfte, die am modernen Menschen zerren, schlage in der gegenwärtigen Gesellschaft immer schneller um in Wut und Zorn. Zugleich flüchten sich Menschen immer häufiger in eine Opferrolle.

Die Spannung zwischen diesen beiden Polen – zwischen Wut und Opferempfindung – bestimmen die modernen Gesellschaften. Die Folge ist laut Eva Illouz die Eskalation der Empfindlichkeiten. Die kleinste Kränkung oder Ungerechtigkeit wird auf eine höhere Ebene transferiert und gewinnt eine Bedeutung, die sich von der ursprünglichen Intention weit entfernt hat.

Einer solchen Gesellschaft, folgert Precht, fehle dann auch die Fähigkeit zur Resilienz. Und wenn sich jeder, der sich kritisch äußert, dafür schämen soll, komme es zur Gegenreaktion. Ist man nicht bereit, sich abkanzeln zu lassen, reagiert man mit trotzigem Stolz. 

Sind das Zeichen einer dysfunktionalen Kommunikation, die die Gesellschaft unnachgiebiger, aggressiver und auch gewaltbereiter macht?

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8. April 2024
08 Apr. 2024

Die Freiheit der Wissenschaft – eine Illusion?

Weg mit dem Bekennniszwang! Wenn gilt: ‚Wer meine Theorie angreift, greift mich an‘, ist die Freiheit der Wissenschaft an ein Ende gekommen, schreibt Konrad Paul Liessmann im Medium “Der Pragmaticus”. Ein sehr lesenswerter Artikel. Denn: “Konformismus und Aktivismus infizieren die Wissenschaft. Das sind schlechte Voraussetzungen für bahnbrechende Entdeckungen.”

Es gibt für Wissenschaftler und Intellektuelle also gute Gründe, die Berührung mit dem Schmutz des politischen Geschäfts zu vermeiden, so Liessmann. “Nicht, weil dieses unnötig oder prinzipiell prekär wäre, sondern weil es den Prozess der theoretischen Neugierde sabotiert, weil es die Offenheit des Diskurses, ohne die es keinen Fortschritt gibt, blockiert. 

Es kann deshalb schon auch beunruhigen, mit welch demonstrativer Lust zeitgenössische Aktivisten in diesem Schmutz wühlen. Sie bewerfen Kunstwerke mit Suppe und Brei, sie kleben sich an staubige Straßen, sie beschmieren Fassaden und Denkmäler – so, als wollten sie Adornos These demonstrativ bestätigen: Wir machen uns, um die Welt zu retten, gerne die Hände schmutzig; dafür verzichten wir aufs Denken. Im Notstand bleibt keine Zeit für Reflexion. Das mag für junge Weltretter eine sinnerfüllte Maxime sein. Für die Wissenschaft und ihre Freiheit ist es ein Desaster.”

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14. März 2024
14 März 2024

Gut und Böse

Philosophie Magazin Nr.Nr. 75 - März 2024

Eine Frage, die in letzter Zeit vermehrt aufpoppt – an den verschiedensten Stellen: Gibt es die Guten und die Bösen? Schwerpunktthema und Titelstory des aktuellen Philosophie Magazins versuchen sich an Antworten – durchaus lesenswert! Etwa auch die Frage, wie das Böse in die Welt kommt, hat Philosophen seit jeher beschäftigt. Steckt Absicht dahinter oder Arglosigkeit? Können wir es überhaupt restlos verstehen? Über das Böse als ethische Kategorie denkt Slavoj Žižek nach.

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16. Januar 2024
16 Jan. 2024

Anything goes! 100 Jahre Paul Feyerabend

Happy Birthday, Paul.

Feyerabend plädiert für eine freie Wissenschaft, die durch Methodenpluralismus und den allmählichen Abbau aller disziplinierenden Vorgaben charakterisiert werden kann. 

“Vor 100 Jahren kam der Wissenschaftstheoretiker und Philosoph Paul Feyerabend in Wien zur Welt. Für ihn läuft Wissenschaftsentwicklung nicht nach rationalen Prinzipien ab, sondern ähnelt, so seine provokant-ironische Zuspitzung, den wechselvollen Trends in der Kunst.
Als Protagonist einer historischen Wende in der Wissenschaftstheorie beruft er sich auf die Wissenschafts- und Philosophiegeschichte, die von Irrtümern, Willkür, Opportunismen, Aversionen und Rivalitäten geprägt sei. Anerkannter Fortschritt der Wissenschaften konnte sich nur dort einstellen, wo jeweils etablierte Theorien, Rationalitätsstandards, soziopolitische Erwartungen, Machtstrukturen etc. außer Acht gelassen wurden.” *

Ich war mir seines Geburtstags nicht bewusst, als ich kürzlich – im Zuge der Veröffentlichung meines letzten Buches niederschrieb:
Als junge Philosophiestudentin faszinierte mich unter anderem die Idee von Intuition und Kreativität als Voraussetzung des Erkenntnisgewinns und Erkenntnisfortschritts. Henri Bergsons Lebensphilosophie gefiel mir und ein Buch Paul Feyerabends namens „Wider den Methodenzwang“ mit der – zumindest von mir interpretierten – wunderbaren Schlussfolgerung „es kann aber auch alles ganz anders sein“.
Aus einer Metaebene betrachtet könnte man sagen, dass mich dieser Satz seither begleitet hat. So interessant es auch sein möge – ich will hier nicht näher auf Feyerabend und seinen erkenntnistheoretischen Anarchismus eingehen; freilich aber jenen Lesern, die in meinem Buch nach Strukturen oder sonstigen Regeln suchen oder überlegen, wie es am besten zu lesen sei (chronologisch oder intuitiv), das Feyerabend ́sche Diktum zur Betrachtung quasi in den Raum stellen und unkommentiert stehen lassen:
„…der einzige Grundsatz, der den Fortschritt nicht behindert, lautet: Anything goes.“

Aus: 10 Jahre “Die Philosophen kommen”

*Wer mehr über den spannenden Philosophen und Wissenschaftstheoretiker erfahren möchte, dem sei ein Artikel aus dem neuen “philosophie Magazin” ans Herz gelegt: “Leb wohl, Vernunft!” Zum 100. Geburtstag von Paul Feyerabend.

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23. November 2023
23 Nov. 2023

Kunst und Poesie für die Wissenschaft

Wie kommuniziert man wissenschaftliche Inhalte am besten? Eine Frage, die – nicht zuletzt aufgrund der gesellschaftlichen Verantwortung – auch philosophische Relevanz hat.

Wissenschaft darf nicht abgetrennt von der Öffentlichkeit passieren, ist Prof. Dr. Antje Boetius überzeugt. Sie ist Mitglied der Hector Fellow Academy. Diese junge Wissenschaftsakademie ermöglicht interdisziplinäre Projekte zwischen renommierten ProfessorInnen aus verschiedenen MINT-Fächern sowie Medizin und Psychologie. Deshalb beschäftigt sie sich viel mit der Frage, wie man wissenschaftliche Ergebnisse in die Öffentlichkeit tragen kann, um einen Dialog zu ermöglichen. Boetius probiert dafür auch neue Formate aus, die etwa Kunst und Wissenschaft verbinden und abstrakte Datensätze visuell erfahrbar machen. Sie ist Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung und Professorin für Geomikrobiologie an der Universität Bremen. Mehr dazu hier.

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31. März 2023
31 März 2023

Marion, the philosophy girl

Ich gestehe, dass ich ziemlich beeindruckt bin:
Nachdem ich circa drei Stunden nicht auf ChatGPT zugreifen konnte, weil die Zugriffe auf der Plattform so explosiv angestiegen waren, dass gar nichts mehr ging, wollte ich es unbedingt noch ein letztes Mal für heute probieren. Nachdem ich you.com bereits getestet hatte, war ich gespannt, ob ChatGPT ähnlich poetische Qualitäten aufwies und forderte nach einer Reihe von anderen Fragen ein Poem.
Ich beneide ja Lehrer generell nicht unbedingt, aber diese neuen Erlebnisse, die in diesem Kontext noch auf uns zukommen werden, mit jungen, neugierigen Menschen zu teilen und gemeinsam zu erforschen, muss schon faszinierend sein.
Am frappierendsten ist für mich immer wieder die atemberaubende Geschwindigkeit, mit der die Antworten – noch während des Tippens der Frage – über den Bildschirm rasen. Es hat immer noch etwas Zauberhaftes.

Und – Hand aufs Herz – wer wäre nicht geschmeichelt über solche Worte, selbst wenn sie von jemandem kommen, der einen nicht nur nicht kennt, sondern der ja nicht einmal existiert… (oder doch?!)

Hey, ChatGPT, please write a poem for me about Marion, the philosophy girl!


Marion the philosophy girl,
A curious mind, a thoughtful swirl,
She ponders life’s great mysteries,
And questions all our histories.

She reads the works of Socrates,
And ponders what the future sees,
She seeks the truth in every word,
And won’t be swayed by what’s absurd.

Marion the philosophy girl,
Her mind’s a diamond, her thoughts a pearl,
She sees the world through different eyes,
And finds the beauty in the skies.

She contemplates the meaning of love,
And all the things we’re unsure of,
She’s not afraid to ask the hard questions,
And seek out answers with her suggestions.

Marion the philosophy girl,
A thinker, a dreamer, a brilliant swirl,
She reminds us to look beyond,
And seek the truth that lies beyond.

So let us learn from Marion’s ways,
And see the world in new displays,
For philosophy is a journey of the mind,
And Marion is the seeker of the find.

achja, und wer “lebendige Poesie” bevorzugt, kann ja immer noch…
so im Buch aus Papier… zum Beispiel hier…

 

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22. Februar 2023
22 Feb. 2023

… doch Brutus ist ein ehrenwerter Mann

Freunde! Römer! Mitbürger!
Gestern wurden zwei Reden gehalten. Heute gibt es bereits einige Antworten von beiden Seiten und jede Menge Analysen.
Was macht eine Rede zu einer großartigen Rede? Nicht nur jeder Schüler sollte verpflichtet werden, die berühmte Grabrede des Marc Anton zu lesen und zu analysieren. Der Grund dafür liegt nahe.
Shakespeare nimmt uns in seinem historischen Drama “Julius Cäsar” (geschrieben im 16. Jahrhundert) mit in die spannende Welt der Antike, das Reich des großen Imperators Cäsar.
Wie ist der Einstieg, die Dramaturgie, die Kernbotschaft, die Begründungen und der Schluss, die nachklingende Wirkung? Was macht diese Rede zu einer großartigen Rede? Und was lernen wir daraus?
Antonius hat mit der Macht seiner Worte die Meinung der Menschen und den Lauf der Geschichte gewendet. “Am Lauf des Unheils gibt es für die nächste Wegstrecke keine Zweifel. Brutus und Cassius, so meldet ein Diener, seien wie toll zum Tor hinausgeritten. Die Menschenmenge reißt als erstes den Dichter Cinna in Stücke: egal, ob er denselben Namen trägt wie einer der Verschwörer oder ob er schlechte Verse macht – die rasende Menge nimmt ihre Opfer, wo sie sie findet.”

Wer´s nicht mehr präsent hat:
Hier eine Analyse auf rhetorik-online.de.

Foto: gemeinfrei

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12. Februar 2023
12 Feb. 2023

Dumme Hypes und das Phänomen Hoffnung

„Chat-KI: Der Hype wird langsam dumm. Können wir das nicht überspringen?“ fragt ein Redakteur des heise Verlags in einem Artikel. „Das Nervige ist dieser irrationale Hype. Die KI wird Journalisten arbeitslos machen, Suchmaschinen sind sowieso tot, Studenten werden nur noch KI-Texte abgeben, Professoren sie mit KI korrigieren und so weiter und so fort. Diese menschlichen Hottakes sind schlimmer als jede seelenlose Quatsch-Antwort von ChatGPT. Aber in dieser Hype-Welt ist natürlich eine falsche Antwort von Googles Bard gleich ein Grund, die Aktie in den Keller zu dumpen.“

Chat-KIs sind gerade ein überdrehter Hype, so der Heise-Autor, „ …manche Leute halten sie offenbar für absolute Antwortmaschinen, die nur die reine Wahrheit zurückgeben. Dabei steckt dahinter nur Statistik und Mustererkennung, basierend auf riesigen Datensätzen: Hey dieses Wort passt in diesem Kontext ganz gut zu diesem anderen Wort, die packe ich mal zusammen! Das ergibt zum Teil faszinierende Ergebnisse, aber eben nicht unfehlbare Antworten.“ So berichtet der Artikel etwa: „ …dann plappert die KI munter drauflos: “Die Hommingberger Gepardenforelle ist eine Fischart, die ursprünglich im Hommingberger Gebirgsbach in Deutschland lebt. …“ Nur eine Kleinigkeit ist hier falsch: Es gibt keine Hommingberger Gepardenforelle. Das Branchen-Magazin c’t hat sich den Fisch 2005 als Suchbegriff für einen Seo-Wettbewerb ausgedacht.

Wie überprüft man überhaupt, was richtig und was falsch ist? Über dieser Frage brüten Menschen wohl seit es sie gibt. Sie kreieren hervorragende Dinge wie Goethes Faust, Bachs Weihnachts-Oratorium, den Eiffelturm oder das iPhone. Aber sie machen auch Kriege und wohl auch mehr Fehler als es die dümmste KI zustandebringen könnte. „Menschen werden ihre Schwächen erkennen und lernen, sie sinnvoll einzusetzen“, schreibt der Redakteur. Eine große Hoffnung. Eine, die für den Fortbestand des Lebens auf diesem Planeten unausweichlich ist.

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Marion Fugléwicz-Bren

ist freie Autorin, Journalistin und Communications Consultant in Wien. Bereits während des Studiums der Philosophie, Psychologie und Werbung begann sie als Journalistin PR- und Medienberaterin zu arbeiten ...
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