Liebe, Leidenschaft und Ehe. Ist Ehe Schutz oder Falle? Was hat Liebe mit Ehe zu tun? Was mit Moral? Braucht es Institutionen? Was ist die Revolution der Liebe? Feststeht: Die Sehnsucht nach Nähe, Geborgenheit und einem gemeinsamen Lebensentwurf besteht alters- und generationenübergreifend.
Konrad Paul Liessmann und Barbara Stöckl waren die Gastgeber eines weiteren Philosophischen Forums im nächtlichen ORF. Das spannende Thema diesmal: Liebe, Leidenschaft und Ehe – Wie geht Beziehung heute?
Die Sehnsucht nach Nähe, Geborgenheit und einem gemeinsamen Lebensentwurf besteht alters- und generationenübergreifend. Auch ältere Menschen hoffen noch auf die große Liebe. Die Freiheit unserer Zeit bringt zugleich große Herausforderungen für Lust- und Liebesfragen: Wie verändern Selbstoptimierung und Dating-Apps unsere Bindungsfähigkeit – und unser Bild von Liebe? Was ist Liebe überhaupt? Und braucht es dazu noch die Institution der Ehe?
Ein spannendes Gespräch mit einer Menge von unterschiedlichen Perspektiven zur Liebe, zur Ehe, zu Macht, Dating Apps, Polyamorie, AI und vieles mehr. Für mich sehr schön, als Barbara Stöckl zum Ende der Sendung den Philosophen Liessmann fragt, ob Philosophie überhaupt die richtige Disziplin sei, sich dieser Frage zu widmen – darauf seine (von mir nicht ganz unerwartete) lachende Antwort: Abgesehen davon, dass die Philosophie die geeignete Disziplin sei, sich allen Dingen zuzuwenden, stecke ja schließlich auch in ihrem Namen die Liebe drinnen (die Liebe zur Weisheit).
Die Gäste: Emilia Roig, Politologin, Robert Pfaller, Philosoph, Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, Cornelia Mooslechner-Brüll, philosophische Praktikerin Martin Lintner, Moraltheologe
Ist die romantische Liebe ein Auslaufmodell? Was ist die höchste Form der Liebe? Hat das Herz seine eigene Logik? Kann man sich in der Liebe verlieren? Sind wir in der Liebe frei? Öffnet die Erotik die Pforten zum wahren Sein?
Diese und mehr Fragen werden in der neuen Ausgabe des Journals für Philosophie der blaue reiter thematisiert. “Kaum ein Film und nur die wenigsten Romanhandlungen kommen ohne irgendeine Form der Liebe und der mit ihr verbundenen Gefühlsregungen aus. Liebe, so scheint es, ist gleichermaßen elementarste Form menschlicher Beziehung wie Sehnsuchtsort und Fluchtpunkt aller Gefühle. Doch kann man sich dem Phänomen Liebe und den damit verbundenen Gefühlen mit den rationalen Mitteln der Philosophie nähern? Gibt es Antworten auf die Frage nach der Liebe jenseits der Alternative „Gefühl oder Vernunft“?”
Demnächst mehr dazu an dieser Stelle.
Denn:
Nichts bestimmt unser Leben mehr als die Liebe.
Der Titel Liebe ist ab sofort in jeder guten Buchhandlung oder besser direkt beim Verlag erhältlich.
Was ist Liebe? Tugend oder Laster? Nicht nur zahlreiche Reaktionen auf meinen letzten Blogbeitrag (auch offline) beweisen, wie sehr das Thema die Gemüter bewegt. Seit Menschengedenken sind nicht nur Künstler – ob Poeten, Maler oder Musiker vor einem der stärksten Gefühl des Menschen nicht gefeit – jeder und jede kann wohl Lieder darüber singen.
Auch im philosophischen Denken – von Platon und Augustinus über Kant und Rousseau bis zu Luhmann und Foucault – spielt die Liebe bis heute eine zentrale Rolle. Der empfehlenswerte Band (Reclam, 2015) vereint einige der wichtigsten Texte im philosophischen Licht.
Dieser Frage widmet sich ausführlich das neue Philosophiemagazin (Erscheinungsdatum 18. 5.). Kann es im Wonnemonat Mai und im Lichte der krisengeschüttelten und politisch brisanten Zeiten ein schöneres Thema geben? Wolfgang Eilenberger spricht in seinem Editorial von der “… tiefen Verwandtschaft zwischen Liebe und Angst: Beide machen uns hilflos.” Und meint, es gäbe “.. durchaus eine gute Erwiderung auf das Bekenntnis „Ich habe Angst.“ Und zwar: „Ich liebe dich.“ Sie ist, sehr wahrscheinlich, noch nicht die Rettung selbst, aber doch ein Anfang. Und zwar der beste, den endliche, also ängstliche, Wesen gerade heute einander gewähren können.” Außerdem gibt es Beiträge zum Thema Liebe unter anderem von Alain Badiou, Silvia Bovenschen, Alexander García Düttmann, Wilhelm Schmid und Margarete Stokowski.
Die Liebe ist das vielleicht stärkste Gefühl, das der Mensch kennt: magisch, mitreißend, buchstäblich unbeschreiblich. In einer Welt, die von einer Krise in die nächste taumelt, scheint sie jedoch immer schwerer zu finden. Liebe als Rausch, Sinn, Auflehnung oder Erkenntnis – die Facetten sind unendlich.
Erkenne Deine Liebe fordert etwa der Philosoph Wilhelm Schmid (Autor von u.a. “Glück”, “Gelassenheit”) und kommentiert fünf ganz persönliche Liebesgeschichten. Zitat: “Liebe ist dann haltbar, wenn sie atmen kann. Wenn man einatmet und die volle Liebe in sich spürt und beim Ausatmen vielleicht auch mal nichts spürt.”
Risiken und Nebenwirkungen: Margarete Stokowski zeigt, wie das Konzept der Liebe ins Politische überführt werden kann. Zitat: “Im schlimmsten Fall funktioniert Liebe so, dass Frauen sie herstellen und Männer sie essen.”
Was macht die grosse Liebe aus? Für die Schriftstellerin Silvia Bovenschen ist die Liebe nichts weniger als ein Aufstand gegen das Elend der Kreatur. Der Philosoph Alexander García Düttmann sieht die Liebe voller abgründiger Paradoxien. Zwei Freunde diskutieren über ein unerhörtes Gefühl.
Außerdem im neuen Philosophiemagazin: Alexander Kluge meint: “Der Mensch ist ein Fluchttier” oder die Frage, wie man die Tyrannei aufhalten kann. Durchwegs empfehlenswerte Überlegungen.
Ab Mitte dieser Woche im Handel.