Wittgenstein, Sprache und (künstliche) Intelligenz

Vor 75 Jahren ist Ludwig Wittgenstein gestorben, heute ist der österreichische Philosoph vielleicht aktueller denn je. In Zeiten von Onlinedebatten und KI zeige er, dass „viele unserer gesellschaftlichen Konflikte nicht nur aus mangelndem Wissen entstehen, sondern einfach aus Missverständnissen darüber, wie unsere Sprache funktioniert“, so der Philosoph Volker sagt Volker Munz, Vorstand des Instituts für Philosophie der Universität Klagenfurt, im Gespräch mit ORF Wissen.
Nur vier Jahre nachdem Ludwig Wittgenstein am 29. April 1951 starb, wurde der Begriff „künstliche Intelligenz“ erstmals verwendet – und zwar vom US-amerikanischen Informatiker John McCarthy im Antrag für eine Konferenz, die im Sommer 1956 unter dem Namen „Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence“ stattfand“ schreibt Romana Beer auf science.orf.at. „Viele der Grundfragen, die uns heute beschäftigen, sind bei Wittgenstein bereits verankert“, so Volker Munz.
Wittgensteins Aussage, nach der die philosophischen Probleme entstehen, wenn die Sprache feiert, zielt vor allem auf die Metaphysik, so das Philosophie Magazin in einem spannenden Essay zum 75. Todestag. Gerade dort nämlich, meint Wittgenstein, „verlieren Ausdrücke wie „Sein“, „Gegenstand“ oder „Ich“ ihre uns vertraute Gebrauchsweise, ihre angestammte Heimat. Tatsächlich empfinden wir die Metaphysik, welche als philosophische Grundlagendisziplin das Seiende als solches zum Thema macht, allzu oft als nebulös und kaum verständlich.“
Was würde der Philosoph über unser heutiges digitales Zeitalter wohl sagen? Er würde wohl vor allem zum Thema „künstliche Intelligenz“ bestimmt nicht schweigen…


Hinterlasse einen Kommentar
Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?Wir freuen uns über ihren Beitrag !