NEU: Konrad Paul Liessmann im Portrait

Ab sofort überall im Handel erhältlich, im Laden um die Ecke oder online.

Ab sofort überall im Handel erhältlich, im Laden um die Ecke oder online.
Meine Leser kennen Robert Pfaller, erfreut lese ich von seiner Auszeichnung in der Presse. In Büchern wie “Wofür es sich zu leben lohnt” und “Erwachsenensprache“ präsentiere Pfaller seine Thesen “stilsicher und sprachverliebt“ – das erinnere an Paul Watzlawick, so die Jury. Die Laudatio auf den Mahner vor der “Entmündigung” wird der Philosoph Konrad Paul Liessmann halten.
Herzliche Gratulation, lieber Robert!
“Es ist verwunderlich, dass angesichts der grassierenden Unsicherheiten und Unabwägbarkeiten die alte philosophische Haltung des Skeptizismus nicht stärker beachtet wird”, so Konrad Paul Liessmann in seiner wöchentlichen Kolumne der NZZ. In der individuellen und kollektiven Praxis ist es manchmal gut, so meint er, – das wussten auch schon die antiken Skeptiker –, “mit dem Schlimmsten zu rechnen und sich darauf einzustellen. Das bedeutet aber nicht, dieses zu einer dogmatischen Wahrheit zu erklären, der sich alle zu unterwerfen hätten. Deshalb gilt: Sei skeptisch!
Der Skeptiker schaut im Wortsinn um sich, und die Vielfalt der unterschiedlichen Erscheinungen und differierenden Meinungen bewegt ihn dazu, sich eines vorschnellen Urteils erst einmal zu enthalten. Nicht, dass er begründete Positionen nicht nachvollziehen könnte – aber mitunter erscheint ihm auch das Gegenteil durchaus plausibel.”
Die Kolumne ist übrigens nicht nur diese Woche besonders lesenswert.
Der Philosoph und TV-Macher Gert Scobel hat jetzt einen YouTube Kanal. “Alltägliches, Neues und Verblüffendes aus Wissenschaft, Philosophie, Gesellschaft, Ethik oder Kultur” präsentiert er dort jeden Donnerstag. Mit einem interdisziplinären und philosophischen Blick auf die Dinge. Und er erläutert, warum Philosophie wichtig ist. Gerade jetzt. Zum Beispiel deshalb, weil die aktuelle Situation, in der sich die Gesellschaft befindet, paradigmatisch ist: Sie ist typisch für alle Fragen, die mit komplexen Systemen und den funktionellen und zeitlichen Bezügen der Elemente in solchen Systemen zu tun haben. Das Typische daran ist, dass wir immer dann, wenn wir uns im echten komplexen Systemen befinden, keinen wirklichen Überblick haben. Eine zentrale Frage insbesondere für die Politikwissenschaften, die Sozialwissenschaften, Ethik und Philosophie wird sein, vorherzusehen und darüber nachzudenken, worüber wir am Ende der Pandemie werden nachdenken müssen.
Interviews mit beiden – und zahlreichen anderen – Philosophen findet man übrigens auch in der Buchreihe: “Die Philosophen kommen”. Jetzt lesen.
Neues Jahr, neues Buch. Dieses Motto habe ich in den letzten Jahren ganz gut eingehalten. Stolz bin ich auf das neue Projekt, das in diesem Jahr zur Welt kommt. Ab 1. Juni wird es überall im Handel erhätlich sein. Mehr dazu später hier und beim Verlag.

Konrad Paul Liessmann ist mehr als „nur“ Universitätsprofessor für Methoden der Vermittlung von Philosophie und Ethik an der Universität Wien. Er prägt das Leben vieler Menschen, ob jung oder alt. Der Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist ist einer der wenigen „öffentlichen Intellektuellen“. Man hört ihm zu, seine Stimme hat Gewicht. In Medien und Vorträgen gibt er über alles Auskunft, was Menschen bewegt. Er liebt Kunst, Musik, Süßigkeiten und Rennradfahren.
Marion Fugléwicz-Bren ist freie Autorin und arbeitet seit 30 Jahren journalistisch an der spannenden Schnittstelle der damals gerade entstehenden Neuen Medien und den daraus resultierenden Trends und Veränderungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Immer begleitet von der Philosophie, ihrer stillen Liebe im Hintergrund.
N
ichts ist so verführerisch wie die Sprache dachte ich zu Beginn meines Philosophiestudiums. Die Kunst virtuoser Ausdrucksweise – mit all ihren Mehrdeutigkeiten, Unschärfen und ideologischen Verführungen. Lieber denken oder dichten? erwog ich damals – und auch, was mich wohl mehr faszinierte. Dass die beiden einander ausschliessen könnten, war undenkbar, für mich waren sie niemals Gegensätze. Später wollte ich über die Erotik der Sprache bei Nietzsche dissertieren. Es kam anders; aber die Faszination des Poetischen einerseits und des analytischen Denkens andererseits blieb für mich immer bestehen. Wenn Lyrik und Philosophie aufeinander treffen, kann das wahre Glücksgefühle auslösen; das weiß jeder, dem die beiden verwandten Arten je gemeinsam begegnet sind – sei es bei Nietzsche, Safranski oder eben Weiterlesen →
Unsere Gesellschaft gerät immer stärker unter Druck. Wie können wir unsere Freiheit und die Werte der Aufklärung vor dem drohenden Zerfall schützen? Welche Konzepte gibt es gegen Terror, Fundamentalismus und Fremdenhass? Aus Anlass des Forum Alpbach sucht der ORF in der Sendung „Kulturmontag” nach Antworten. Studiogast ist der Philosoph Konrad Paul Liessmann. Was heisst es, vernünftig zu agieren, was bedeutet “Aufklärung”? Hier der sehr sehenswerte Beitrag. “Ja, es bedarf einer neuen Aufklärung”, schreibt Liessmann. Aber nicht, weil die alte Aufklärung nichts mehr taugte, sondern weil wir im Begriffe sind, deren Errungenschaften zu verspielen und ihre Ansprüche ins Gegenteil zu verkehren.
Und was bedeutet diese “Aufklärung”, derer wir im Westen uns so gerne besinnen?
“Aufklärung tut nur dort not, wo die Gedanken und Sinne der Menschen vernebelt sind, wo an angeblich unumstößliche Wahrheiten geglaubt werden muss und vermeintliche Gewissheiten oktroyiert werden. Aufklärung setzt demgegenüber darauf, dass Wahrheitsansprüche, Weltdeutungen, moralische Einstellungen und politische Überzeugungen kritisch überprüft und aus Vernunftgründen einsichtig, zumindest plausibel gemacht werden müssen. Allerdings: Unumstritten war die Aufklärung nie. Dass die Vernunft zu weit gehen, sich überschätzen, selbst dogmatisch werden kann – dieser Verdacht begleitete die Aufklärung von ihrem Anbeginn an. Aufklärungskritik ist selbst ein Phänomen der Aufklärung.”
Hier der ganze Essay.