Betreutes Denken. Die neue Lust an der Unmündigkeit

Das heurige Philosophicum in Lech beleuchtet wieder ein höchst aktuelles Thema aus mehreren spannenden Perspektiven.
„Unser Leben wird offenbar immer bequemer. Für nahezu alle Fragen des Alltags stehen Apps, Bots und Algorithmen zur Verfügung, die uns beraten, anweisen oder gleich ganz die Entscheidung abnehmen.
Der Influencer weiß, was angesagt ist, die Smart Watch zählt für uns Schritte und Kalorien, der „Social Bot“ lässt uns wissen, welche Morgenrituale uns durch den Tag helfen und der „Spiritual Guide“ führt uns zu seelischem Wachstum. Immer mehr Menschen delegieren einen Gutteil ihrer Arbeit an eine KI: Diese organisiert Termine, beantwortet E-Mails, schreibt Seminararbeiten, plant die Ferienreise, wählt Musik und Lektüren für uns aus und vermittelt sogar das perfekte romantische Date. Und wer sich im Zeitgeschehen orientieren will, sieht sich mit einem Heer von medialen Meinungsmachern konfrontiert, das uns mit den „richtigen“ Wahrheiten, Gefühlen, Einstellungen und Haltungen versorgen will. Akzeptiert man solche Angebote, befindet man sich schnell in einer Blase oder Echokammer, die man nur ungern verlässt, schließlich fühlt man sich wohl in einer Gemeinschaft der Gleichgesinnten, die Zweifel an der eigenen Weltsicht erst gar nicht aufkommen lässt.
Wer will, genießt heute die Rundumversorgung, im Denken wie im Leben. Immer ist jemand da, der suggestiv versichert, er wisse, wo es lang geht. Und wie gerne verfallen wir diesen Sirenengesängen der Beeinflusser, Ideologen und Propagandisten. Was, so könnte man fragen, ist eigentlich aus den Idealen der Aufklärung geworden?“
Ein hochbrisantes Themenspektrum, das uns alle betrifft… eine prickelnde Atmosphäre, renommierte Denker wie Richard D. Precht oder Rüdiger Safranski – Streitgespräche, lustvolle Diskussionen… eine helle Freude für geistig interessierte Zeitgenossen.


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